|



|
Für Geologen und Freunde der Oberflächenformen, hier sind Sie richtig! Die heutigen Oberflächenformen sind geprägt vom Vulkanismus der vergangenen 20 Millionen Jahre. Der Bystrinsky Park besteht aus 3 geologischen Großeinheiten: die zentrale Depression Kamtschatkas, enthält große Teile des Zentralrückens und die westkamtschatkische Senke. Die unterschiedliche Entstehung und das unterschiedliche Alter sind ein Garant für unterschiedlichste Gesteinsformationen, Mineralzusammensetzungen sowie Oberflächenformen.
Esso liegt direkt im Zentralrücken, welcher eine Gesamtlänge von rund 900 km aufweist und im Schnitt 60 bis 100 km breit ist. Es sind im Bystrinskyteil dieses Zentralrückens 120 Vulkane unterschiedlichsten Typus zu erkunden. Der höchste von ihnen ist der Itschinsky mit 3621m. Dazu kommen mehr als 1000 Schlackekegel, die man wegen ihrer Grösse (zwischen 150m und 550m) und einem zumeist nur einmaligen Ausbruch nicht zu den Vulkanen zählt.
Die Ausbrüche brachten neues Gesteinsmaterial an die Oberfläche, flüssig oder ausgespratzt. Dadurch wurden zum einen Krater geformt, zum anderen wurde ein fast ebenes Plateau geschaffen, welches allein wegen seines Reliefs einen Besuch wert ist. Es ist an vielen Stellen von Magma durchbrochen worden und heute noch durch die Schlackekegel und Vulkankuppen zu erkennen. Vom Plateau aus sieht man um sich herum alle Vulkane der Region und kann sich hinsichtlich des Weges zu ihnen einfach orientieren. Dank der Tundrenvegetation in diesen Höhen ist kein Durchdringen dichter Wälder nötig.
Eine weitere geologische Besonderheit sind die heißen Quellen. Sie treten an den unmöglichsten Stellen im Bystrinsky Park hervor, zumeist unbemerkt. Sie haben einen erhöhten Anteil an Elementen wie Kalzium, Eisen, Silber, Chlor, Kalium, … . Ein Bad in diesen Quellen ist gesund. In Esso gibt es viele heiße Quellen, und noch viel mehr heißes Wasser im Untergrund. Dieses Wasser wird zum Beispiel für alle Heizungen benutzt, eine energiesparende Variante, die selbst in den kältesten Wintern bei Stromausfall und Mineralölknappheit eine warme Wohnung beschert.
Wenn sie Lust haben, diese fantastische Vulkanlandschaft kennen zu lernen, helfen wir ihnen vor Ort gerne weiter. Je nach ihren Ansprüchen (Bergsteiger, Tagesausflügler, Studentengruppen …) beraten wir Sie, wo Sie ihr Glück finden werden. Für jene von Ihnen, die einen ersten Einblick in die Welt der Vulkane werfen möchten, denen empfehlen wir unseren Rundgang zu den Weißen Felsen, der Sie an Tuffbergen, hohen Schlackekegeln und einer unheimlichen Mineralvielfalt vorbeiführen wird.
Die Böden der borealen Zone, sowie Tundrenböden lassen sich im Bystrinsky Park perfekt studieren. Aus den vielen unterschiedlichen geomorphologischen Voraussetzungen und den vielen Vegetationseinheiten heraus resultieren unterschiedlichste chemische Prozesse, welche die Bodenentwicklung in regional unterschiedlich Richtungen lenken.
Die Podzole, besonders in Lärchenwäldern zu finden, sind mit die häufigsten Vertreter. Sie sind zumeist schon am dichten Ericaceae-Bewuchs mit Blau- und Preiselbeeren zu erkennen. Gleye bilden sich vor allen Dingen dort aus, wo der Permafrost ansteht und das Regenwasser nicht mehr in die Tiefe oder hangabwärts abgeführt werden kann. Besonders an den Auenrändern kann man mit hoher Sicherheit Gleye finden. Aueböden sind besonders am Bystraja, dem Fluss, der der Region seinen Namen gab, in typischer Ausbildung zu finden. Braunerden befinden sich meist in den Birkenwäldern. In höheren Lagen gibt es Rohböden, die auf Grund der geomorphologischen Voraussetzungen mit ständigen Substratwechseln zu tun haben und daher kaum Zeit haben, echte Horizonte auszubilden. Fast alle Böden sind in gewissen Tiefen gefroren, je nach Abstand zu den Flüssen und Bächen können die Frosttiefen von 50cm bis in unbestimmte Tiefen reichen.
Eine Besonderheit stellen die Böden auf Grund ihrer Substratzusammensetzung dar. Nicht nur Erosions- und Verwitterungsmaterial aus den Bergen, sondern auch Vulkanaschen sorgen für eine chemische Bereicherung. Manche Böden tragen bis zu 4 Aschelagen in dem obersten Meter. Die darunter begrabenen Humushorizonte und Verbraunungshorizonte bleiben zum größten Teil konserviert.
|



Geologie und Bodenkunde




|